1973

Nach über 20-jährigem Dornröschenschlaf bildeten sich Anfang der siebziger Jahre in Brühl wieder erste “Fastelovendsblüten” in Form von karnevalistischen Stammtischen, Karnevals-Interessengemeinschaften und Karnevalsgesellschaften.

Auf Initiative des damaligen Brühler Bürgermeisters, Wilbert Hans, und des Festausschusspräsidenten, Karl-Heinz Sicken, gewann die Brauchtumspflege in Brühl wieder an Bedeutung.

Von diesem “neuen Karnevalsbazillus” wurden auch 21 Brühler “befallen” und gründeten am 

10. Mai 1972 in der Gaststätte “Zum Stadion” an der Bonnstrasse in Brühl eine neue Karnevalsgesellschaft. Unter dem Initiator und späteren Präsidenten, Franz-Josef Pütz, gab man der Gesellschaft den Namen:

“Große Brühler Karnevalsgesellschaft Schloßgarde rut-wieß von 1972 e.V.”

Man ahnte damals natürlich noch nicht, dass sich hieraus eine Gesellschaft entwickelte, die später einmal einen festen Stellenwert im Karnevals- und Gesellschaftsleben der Schlossstadt einnehmen würde.

Als Emblem der Gesellschaft wählte man das Brühler Schloss mit Parkansicht.

Gründungsmitglieder der neuen Brühler Karnevalsgesellschaft waren:

Heinz Kirschbaum, Helmut Weber, Reinhold Plagge, Gisela von Hagen, Willi von Hagen, Ute Reinert, Anita Neesen, Gisela Waser, Franz-Josef Pütz, Hans-K. Neesen, Willi Gladbach, Roswitha Breuer, Heinz Breuer, Gisela Schmitz, Bernd Jansen, Margret Görtz, Bettina Hartung, Maria Wostmann, Caspar Staub, Gretel Staub und Jörg-Peter Reinert.

Aus diesen Personen entstand der erste Vorstand der jungen Karnevalsgesellschaft:

Präsident

Franz-Josef Pütz

Vize-Präsident

Helmut Weber

Schatzmeister

Heinz Breuer

Geschäftsführer

Jörg P. Reinert

Literat

Roswitha Breuer

Techn. Leiter

Heinz Kirschbaum

Kommandantin

Gisela Waser

Am 12. November 1972 wurde die erste größere Veranstaltung, ein musikalischer Frühschoppen, durchgeführt. Bekannte Kölner Karnevalisten wie Karl Berbuer, Die Buschräuber, Dotz und Dötz und Rolf Dietmar Schuster, gaben der Schloßgarde ihre Zusage und attackierten die Lachmuskeln der zahlreichen Besucher. An diesem feucht-fröhlichen Vormittag wurden auch die ersten Ehrensenatoren ernannt.

Die Mitgliederzahl stieg ständig, und so entschloss man sich, am 06. Januar 1973 die erste Prunksitzung in der Aula des städtischen Gymnasiums durchzuführen.

Auf Bewirken von Franz-Josef Pütz und Senatspräsident Helmut Vieten entstand innerhalb kurzer Zeit ein Damentanzcorps. 12 junge hübsche Damen fanden sich bereit, mit ihrer Kommandantin Gisela Waser bei einer Tanzlehrerin ein Jahr zu üben. Schnell eroberten sich die kessen “Garde-Mädchen” mit ihrem Tanz die Herzen der Brühler Jecken. Die ersten Uniformen wurden von einem bekannten Brühler Fuhrunternehmen gespendet.

Präsident war Franz-Josef Pütz, Vizepräsident Franz-Josef Thomas, Schatzmeister Helmut Weber und Geschäftsführer Jürgen Thomassen.

Der Aufschwung der “Rut-Wießen” war nicht mehr zu bremsen. Bereits im zweiten Jahr, am 11.11.1973, veranstaltete die junge Gesellschaft ihre erste Herrensitzung und ließ damit eine alte Brühler Tradition wieder aufleben. Auf der vom WDR dekorierten Bühne residierten die Elferräte in originalen Hunnenkostümen. Die Brühler Männerwelt war aus dem Häuschen und die Presse schrieb damals:“Die Schloßgarde rief, und alle Männer kamen.”